Von der Ernährung des Menschen zum Stoffwechsel der Zelle - so könnte man zusammenfassen, wie sich der wissenschaftliche Fokus am Institut in den vergangenen mehr als 100 Jahren verändert hat. Die bewegte Geschichte unseres Instituts beginnt mit der Gründung des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Arbeitsphysiologie in Berlin im Jahre 1913. Sie ist geprägt von hervorragenden Forschungsleistungen, von politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandlungen und spiegelt die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts. Nahezu 60 Jahre der Forschungsarbeit des Instituts, das im Jahr 1929 nach Dortmund kam, waren den Themen Arbeit, Leistung und Ernährung gewidmet, bevor die Schwerpunkte sich änderten und die Forschung sich der Humanphysiologie und den molekularen Biowissenschaften zuwandte. Heute folgt die Arbeit am Institut dem Leitgedanken „Vom Molekül zum Menschen“ mit einem ganzheitlichen Ansatz zur Untersuchung der dynamischen Wechselwirkungen von Biomolekülen in den miteinander verwobenen Informationsnetzwerken der Zelle.


Zeitachse

Das Institut wird 1913 als Kaiser-Wilhelm-Institut für Arbeitsphysiologie in Berlin gegründet.

1929 zieht das damalige Kaiser-Wilhelm-Institut für Arbeitsphysiologie von Berlin nach Dortmund.

Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs erfolgt eine Neuordnung der deutschen Forschungslandschaft: 1948 geht aus der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft die Max-Planck-Gesellschaft hervor, aus dem Dortmunder Institut wird das Max-Planck-Institut (MPI) für Arbeitsphysiologie.

Ende der 1960er Jahre wird die Abteilung Ernährungsphysiologie als selbständiges Institut ausgegliedert. 1973 erfolgt die Umbenennung des MPI für Arbeitsphysiologie in MPI für Systemphysiologie.

Doch mit der Zeit ändern sich die Schwerpunkte der Forschungsarbeiten. Die Wissenschaftler untersuchen nun die Sauerstoffversorgung der Organe, sie ermitteln die biologische Wertigkeit verschiedener Eiweiße und den menschlichen Bedarf an Mineralstoffen und Vitaminen. Immer weiter dringen sie vor in die Welt der Zellen und Moleküle.

Dieser Veränderung trägt die MPG mit einer Neugründung, einem Neubau und einem neuen Namen Rechnung: 1993 erhält das Institut, nach Zusammenlegung des MPI für Systemphysiologie und des MPI für Ernährungsphysiologie, seinen heutigen Namen „Max-Planck-Institut für molekulare Physiologie“. Der Bau des neuen Gebäudes auf dem Campus der Universität Dortmund wird 1996 gestartet und 1999 wird es fertiggestellt.

 
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