
Millionenförderung für neue internationale Studie zur Zellteilung
Die Universität Dundee und das Max-Planck-Institut wollen in einer neuen Studie den biologischen „Morse-Code“ der Zellteilung entschlüsseln
Eine mit mehreren Millionen Pfund dotierte Studie der Universität Dundee in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für molekulare Physiologie in Dortmund soll die Funktionsweise zellulärer „Lichtschalter“ aufdecken, die eine mögliche Ursache für Krebs darstellen. Im Rahmen einer interdisziplinären europäischen Zusammenarbeit werden die Forschenden gemeinsam die Signale untersuchen, die die Zellteilung steuern – einen essenziellen Prozess, der es dem menschlichen Körper ermöglicht, sich zu entwickeln und Verletzungen zu reparieren.
Es ist bekannt, dass unsere Zellen Signale ein- oder ausschalten müssen, um sich zu teilen. Warum manche Signale kontinuierlich „blinken“ müssen, damit sich unsere Zellen ordnungsgemäß teilen, ist bisher nicht verstanden. Dieses Blinken kann das Verhalten der Zellen steuern und bei Fehlfunktionen gesundheitliche Folgen haben, darunter die Entstehung von Krebs. Die Entschlüsselung dieser verborgenen Signale könnte dabei helfen zu verstehen, wie sich Zellen korrekt teilen, wie dieser Prozess bei Krankheiten wie Krebs fehlschlägt und wie diese möglicherweise besser behandelt werden könnten.
Dieses neue, auf acht Jahre angelegte Projekt wird mit 4 Millionen Pfund von Wellcome gefördert.
„Viele der Proteine in unseren Zellen werden durch chemische Marker – Phosphate – gesteuert, die praktisch wie Lichtschalter funktionieren. Sie werden an Proteine gebunden, um diese ‚einzuschalten‘, und wenn sie wieder gelöst werden, werden die Proteine ausgeschaltet “, sagt der der leitende Projektleiter der Studie, Professor Adrian Saurin von der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Dundee. „Wir wissen sehr viel darüber, welche Proteine zu einem bestimmten Zeitpunkt in unseren Zellen ‚eingeschaltet‘ oder ‚ausgeschaltet‘ sind, aber was wir nicht wissen, ist, wie schnell diese Proteine im Laufe der Zeit ‚aufblinken‘ und wieder erlöschen.“
„Uns fehlt also ein großer Teil des Puzzles, denn die Geschwindigkeit, mit der diese Signale aufblinken, könnte praktisch eine Art biologischer Morsecode sein, der Nachrichten sendet, um das Verhalten zu steuern.“
„Wir haben nun die ersten Werkzeuge entwickelt, um diesen Code zu entschlüsseln, von denen wir hoffen, dass sie erklären, wie sich unsere Zellen präzise teilen, und Aufschluss darüber geben, wie dies zum Wohle von Krebspatienten genutzt werden kann.“
Professor Andrea Musacchio, Direktor am Max-Planck-Institut für molekulare Physiologie und ebenfalls an der Studie beteiligt, erklärt: „Unsere Expertise in der biochemischen Rekonstitution des Kinetochors ergänzt die vielfältigen Kompetenzen unseres Teams und gibt uns die Möglichkeit, diese Muster während der Zellteilung in gesunden Zellen zu verstehen und zu erkennen, was in Krebszellen schiefläuft, wodurch sie sich weiterentwickeln und resistent gegen Chemotherapie werden können.“
Über Wellcome
Wellcome unterstützt die Wissenschaft bei der Bewältigung der dringenden gesundheitlichen Herausforderungen, denen wir alle gegenüberstehen. Wir fördern die Grundlagenforschung in den Bereichen Leben, Gesundheit und Wohlbefinden und widmen uns drei globalen Gesundheitsherausforderungen: psychische Gesundheit, Infektionskrankheiten sowie Klima und Gesundheit.