Dortmunder Max-Planck Wissenschaftlerinnen mit Biomedizin-Förderpreis ausgezeichnet

Dortmunder Max-Planck Wissenschaftlerinnen mit Biomedizin-Förderpreis ausgezeichnet

Preis für medizinisch relevante Spitzenforschung für neue und nebenwirkungsarme Möglichkeiten in der Krebsmedizin.

25. September 2020

Der mit 2.500 Euro dotierte Dortmunder Biomedizinpreis geht dieses Jahr gleich an zwei Nachwuchswissenschaftlerinnen vom Max-Planck-Institut (MPI) für molekulare Physiologie. Insgesamt werden vier Wissenschaftlerinnen vom Verein zur Förderung der biomedizinischen und klinischen Forschung e.V. für hervorragende Arbeiten auf dem Gebiet der biomedizinischen Forschung geehrt.

„Die Forschung in der Region ist fast so vielfältig wie die Bewohner des Ruhrgebiets“, erläutert der Vorsitzende des Vereins PD Dr. Kalhoff, leitender Oberarzt und stellv. Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im Klinikum Dortmund. „Viele Einrichtungen liefern Spitzenforschung zum Wohl der Allgemeinheit. Genau das möchten wir mit dem Biomedizin-Förderpreis unterstützen.“

Bakterille Gifte für die Medizin - Krebszellen aushungern

Für ihre medizinisch relevante Spitzenforschung, die neue und nebenwirkungsarme Möglichkeiten in der Krebsmedizin eröffnen könnte, wurden die Dortmunder Nachwuchswissenschaflterinnen Dr. Elena Reckzeh und Dr. Evelyn Schubert ausgezeichnet. Evelyns Forschung im Team von Abteilungsdirektor Prof. Dr. Stefan Raunser beschäftigt sich mit bakteriellen Toxinen, die Infektionen und Krankheiten fördern. Ihre Arbeit trug zur Aufklärung eines einzigartigen Mechanismus bei, in dem Toxine durch einen spritzenähnlichen Injektionsvorgang in Wirtszellen eingeschleust werden. Evelyn ist es gelungen, die Giftstoffe in der Spritze gegen andere Substanzen auszutauschen - ein erster Schritt zum möglichen Einsatz der vermeintlichen „Giftspritze“ zum Einschleusen von therapeutischen Wirkstoffen in Zellen. Elena Reckzeh aus der Abteilung von Prof. Dr. Dr. h.c. Herbert Waldmann hat während ihrer Promotion am MPI an einem neuen Weg der Krebsbekämpfung geforscht. Bekanntlich haben Krebszellen aufgrund ihres rapiden Wachstums einen großen Energiebedarf, den sie über die vermehrte Zuckeraufnahme decken. Hier hat Elena neuartige Wirkstoffe entwickelt, die die Aufnahme von Zucker in Krebszellen blockieren - folglich hungern die Krebszellen aus und sterben.

 Neben den beiden MPI-Wissenschaftlerinnen wurden Isabelle Prager und Dr. Ahmed Ghallab vom Leibniz Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo) mit dem Biomedizinpreis ausgezeichnet.

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